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By Gerhard Schneider

ISBN-10: 3322916537

ISBN-13: 9783322916532

ISBN-10: 3531127284

ISBN-13: 9783531127286

trauten, so zeigte sich aber andererseits, daß für die mich hier interessieren­ de Thematik der psychischen Bedeutung von Fremdem nicht einfach Freuds psychoanalytisches Subjektmodell in seiner theoriestrukturellen wie -materialen Konkretisierung übernommen werden konnte. Sozusagen ex negativo ergab sich ein Zugang von Schütz' phänomenolo­ gischer examine des alltäglich-lebensweltlichen Selbstseins her, ist doch das Fremde ganz allgemein ein solches, das im Verstehenshorizont dieses Selbstseins (zumindest zunächst) nicht aufgeht. Vielmehr bringt es zur Erscheinung, used to be in der Normalität des alltäglich-lebensweltlichen Selbst­ seins ausgeklammert ist: sein Anders-sein-können, oder mit einem anderen Ausdruck: seine Kontingenz. Im weiteren Nachdenken über die Problematik des Fremden, die über das spezielle Ausgangsproblem der Fremdheit der künstlerischen Moder­ ne hinausführte, zeigte sich, daß mit einem dialektischen Begriff personaler Identität, in dem die Kontingenz des Selbstseins im Sinne der Psychoana­ lyse als dynamisch Fernzuhaltendes verstanden wird, die fundamentale Ambivalenz gegenüber Fremdem, der horror alieni neben dem amor alieni, rekonstruierbar wird. Und genau dies ist das systematische Anliegen dieses Buches: die Entwicklung eines dialektischen Begriffs personaler Identität zur Rekonstruktion der Ambivalenz gegenüber Fremdem, ein challenge, das sich in der mäandernden Beschäftigung mit der künstlerischen Moder­ ne als zentral ergeben hatte.

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Das Fremde und Befremdende, das aus dem Bereiche des Gewohnten, Verstandenen und Vertrauten und darum 'Heimlichen' schlechterdings Herausfallende und zu ihm in Gegensatz sich Setzende, das darum das Gemüt mit starrem Staunen Erfüllende" (Otto 1922/1917, p. 29), wobei der Terminus des 'Ganz anderen' zum Ausdruck bringen soll, daß "ich" hier 'auf etwas stoße', das "meinem Wesen inkommensurabel ist und vor dem ich deshalb in erstarrendem Staunen zurückpralle ... , p. 31). h. nicht de-finitiv bestimmbare, prämorphe Unbestimmtheit, in-definite Potentialität (-zu)) und des Ganz-anderen aufgezeigt haben, in Abhebung zum Fremdartigen durch den Aspekt der sinn- und ordnungs haften Ungreifbarkeit oder Un-be- 50 2.

B. B. durch eine entdistanzierende Anrede ('du' statt 'Sie') zurückführen könnte. 9 Konkrete Beispiele für die Präsenz eines befremdlichen Andersseins findet man an Personen im unbestimmten Niemandsland zwischen Normalität und noch nicht vollzogener psychiatrischer Einweisung mit einer Schizophrenie-Diagnose. So wird etwa über das Erleben der Ehefrauen solcher Patienten berichtet: ,,'Viele sind sich noch bewußt, wie ihre ersten Reaktionen auf das Verhalten ihrer Ehemänner voll verstörter Verwirrung und Unsicherheit war.

Für relativ identisch hält und gar für absolut identisch halten kann, sind beides synthetische Leistungen. Es hält sich an sich fest .... Diese Selbstaffirmation ist eine gelegentlich mit großer Anstrengung durchgehaltene, relativ gelingende Synthese. , p. 133). Andererseits aber steht im alltäglich-Iebensweltlichen Selbstverständnis gegen diese relativierende Einsicht im Dienste der 'Haltsuche' die Gegentendenz der Selbst-Naturalisierung, in der das Subjekt seine Einheit nicht als selbsterzeugte und damit vor sich selbst potentiell fragliche, bezweifelbare Leistung, sondern als vorfindbare, ihm an sich zukommende Form auffaßt, wie es Nietzsche festhält: ,,'Wir haben ein Phantom vom 'Ich' im Kopfe, das uns vielfach bestimmt.

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Affirmation und Anderssein: Eine dialektische Konzeption personaler Identität by Gerhard Schneider


by Edward
4.3

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